Universität

Theorie und Freiheit?

Das Studium an einer Universität gehört in Deutschland mit fünf bis sechs Jahren zu den längsten Ausbildungen. Diese Jahre werden an der Universität primär zum Erwerb theoretischen Wissens genutzt und nur in einigen Fachgebieten, wie Pädagogik und den Ingenieursstudien, durch regelmäßige praktische Erfahrungen erweitert. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt damit klar darauf, die Absolventen mit einem fundierten Wissen in die Welt hinauszuschicken. Wie viele Praktika die Studenten tatsächlich absolvieren, hängt dabei ganz von der persönlichen Motivation ab, da der Studienablauf an der Universität weitgehend selbstbestimmt ist und während der Vorlesungszeit nur bedingt Zeit lässt die Theorie mit der Praxis zu verbinden.

Universitäten bieten generell ein breiteres Fächerspektrum an als andere Institutionen, dabei stechen insbesondere solch bekannten Universitäten hervor wie die Humboldt-Universität zu Berlin oder die Goethe-Universität zu Frankfurt am Main. Es gibt jedoch auch Universitäten, die sich auf bestimmte Fächer spezialisieren, wie die Viadrina in Frankfurt an der Oder mit den drei Disziplinen Kultur-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaft oder die Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung in Koblenz (WHU) mit einem noch deutlicheren Schwerpunkt.

Die Zulassungsvoraussetzungen zum Studium an der Universität hängen dementsprechend nicht nur von der jeweiligen Universität ab, sondern auch vom gewünschten Studienfach. Viele Studienfächer haben einen Numerus Clausus oder wünschen bereits Erfahrungen durch Praktika in dem entsprechenden Bereich. Generell wird zum Studium an der Universität in Deutschland das Abitur benötigt; wer jedoch älter als 24 Jahre ist und eine abgeschlossene Berufsausbildung mit mehrjähriger Berufserfahrung hat, darf sich ebenfalls an einer deutschen Universität bewerben.

Die Zulassungsvoraussetzungen sollen in den kommenden Jahren erleichtert werden, bislang jedoch müssen sich die Studenten in spe mit den Gesetzen des Bundeslandes und den detaillierten Informationen der Wunschuniversität auseinandersetzen und können nur zum Wintersemester das Studium beginnen. Erst seit Ende des 19. Jahrhunderts dürfen in Deutschland übrigens auch Frauen ohne Einschränkung an Universitäten studieren.

Die Anfänge des gegenwärtigen deutschen Universitätsstudiums liegen damit im 19. Jahrhundert und im damals einsetzenden Historismus. Die Aufgabe der Universitäten lag bis dahin beim Sammeln und Vermitteln von Wissen und wandelte unter dem Einfluss Wilhelm von Humboldts seinen Schwerpunkt hin zur Forschung und Lehre. In jener Zeit fand auch erstmalig eine Trennung einzelner Fakultäten statt, eine Trennung, die bis heute in den natur-, staats-, geistes- oder wirtschaftswissenschaftliche Fakultäten Bestand hat.

Aber nicht nur Universitäten in Deutschland sollte man in Betracht ziehen. Es gibt in vielen Ländern hervorragende Universitäten. So lernt man gleich nebenbei noch einer andere Sprache und lernt eine andere Kultur kennen. Wem ein ganzes Studium im Ausland zu viel ist, der kann auch nur einzelne Auslandssemester machen, es gibt unzählige Möglichkeiten.


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